Von den Anfängen der Fliegerwerft

„ Laber melde dich und wir gehen gemeinsam nach Zeltweg um eine Werft aufzubauen“.

Diese Worte richtete der damalige Prüfleiter der Werft Langenlebarn
VB I/d Ing. August Prasch
an den dortigen Prüfmeister für Bordausrüstung
Josef Laber
anfangs August 1956 als Leute gesucht wurden, um den Fliegerhorst Zeltweg wieder flugtauglich zu machen und somit eine Werft einzurichten.


Das eigentliche Geburtsdatum der Fliegerwerft Zeltweg ist der 16. August 1956. Ein Vorkommando bestehend aus 16 Mann unter dem Kommando von Major Weinstabl wurde nach Zeltweg entsandt um eine Horstkompanie aufzustellen. Von diesen 16 Mann waren sechs Mann für die Errichtung einer Werft bestimmt. Als Leiter wurde Ing. August Prasch bestellt.
Das eigentliche, aus der Kriegszeit stammende, aber nicht mehr fertig gestellte Werftgebäude, die Halle VIII, war für einen Werftbetrieb nicht beziehbar. Die Flugzeughallen waren in der damaligen Zeit in keinem guten Zustand. Letztlich entschloss man sich vorerst für die Halle IV als geeignetes Objekt zur Einrichtung einer Werft. Damals hoffte man von Jahr zu Jahr, dass die Halle VIII doch instand gesetzt wird und in ihr der Werftbetrieb eines Tages aufgenommen werden könne.
Doch dazu kam es nicht, da es letztlich immer wieder an den finanziellen Mittel scheiterte.
Zunächst musste die Halle IV benutzbar gemacht werden. Räumlichkeiten waren zu reinigen, Türrahmen, Türen auszuflicken und Schlüssel für die Türen mussten angefertigt werden. Danach konnten die zugewiesenen Werkzeugmaschinen aufgestellt und an das elektrische Netz angeschlossen werden.

Gleichzeitig wurden Handwerkzeugsätze beschafft. Bodengeräte waren so gut wie keine vorhanden, man suchte den Fliegerhorst systematisch nach brauchbarer Gerätschaft ab. Allerdings kam nur reparaturbedürftige Werkstatteinrichtung, wie Montagetreppen, Aufbockeinrichtungen und Werkbänke zum Vorschein.
Weiters wurden vorhandene Wellblechbaracken für die Lagerung von Kraftstofffässern adaptiert, ein Jeep-Anhänger zu einem Kleintankwagen umgebaut.
Von September 1956 bis März 1957 als die ersten Flugzeuge acht PIPER PA 18/95 und zwei PA 18/150 - in Zeltweg eintrafen, erschöpften sich die fliegertechnischen Tätigkeiten auf das Betanken und Abfertigen der sporadisch aus Langenlebarn ankommenden Flugzeuge des Typs YAK 18.

Ein weiterer wesentlicher Punkt in dieser Anfangszeit war die Beschaffung von Prüfständen.
Schon im Frühjahr 1956 nahmen bei der Wiener Frühjahrsmesse Ing. August Prasch und Josef Laber mit Ing. Fritz Fuchs, dem Gründer der heutige Firma TEST-FUCHS, Kontakt auf.

Mit konkreten Vorstellungen und Eckdaten für einen Generatorprüfstand wurden die beiden engagierten Techniker dort vorstellig, ob er, Ing. Fuchs einen derartigen Prüfstand bauen könne. Ing. Fuchs sagte zu und so entstand unter Mitwirkung von Prüfmeister Laber der erste Prüfstand für Flugzeuggeneratoren. Danach wurden vom damaligen Amt für Landesverteidigung im Bundeskanzleramt vier derartige Prüfstände beschafft, wovon einer in der Halle IV der Fliegerwerft Zeltweg aufgestellt wurde.

Zu bemerken ist, dass sich seit dieser Zeit eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Firma TEST-FUCHS und den Österreichischen Luftstreitkräften ergeben hat, die im Jahr 2005 in einer Partnerschaft mit der Fliegerwerft 2 mündete.
In der Folge wurden von der Firma Kroneis in Wien Prüfstände und Prüfgeräte für Dosengeräte (Höhenmesser, Fahrtmesser, Variometer), Kreiselgeräte und Überwachungsinstrumente für Triebwerke beschafft. Damit konnte in der Halle IV ein kleiner Prüfraum eingerichtet werden, der es ermöglichte die damals verhältnismäßig einfache Flugzeuginstrumentierung zu überprüfen. Damit war der Grundstock für eine Flugzeuginstandsetzung gelegt.
Gleichzeitig bemühte sich der Werftleiter Ing. August Prasch Fachkräfte einzustellen, die bei den Österreichischen Luftstreitkräften vor 1938 als Soldaten oder Zivilbedienstete tätig waren. Es waren nur wenige; die meisten Fachkräfte waren Kriegsgediente der Deutschen Luftwaffe (DLW). Vor allem wurden Werkmeister und Prüfmeister gebraucht, da diese nicht nur in ihrem jeweiligen Fachgebiet dringend notwendig waren, sondern auch gleichzeitig für die Heranbildung des fliegertechnischen Nachwuchses wichtig waren.

Es fügte sich, dass von Anfang an hervorragende Fachkräfte den Dienst bei der Fliegerwerft Zeltweg antraten.

Es wurden damals eingeteilt:

Werkmeister für Flugwerk: Rudolf KACKL

ehemaliger Werkmeister DLW,

Fliegerwerft Klagenfurt

Prüfmeister für Flugwerk: Josef ZWANZ

ehemaliger Prüfmeister DLW,

Fliegerwerft Klagenfurt

Prüfmeister für Triebwerk: Franz KÖHLER

ehemaliger Prüfmeister DLW